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Draußen Klettern ist anders
draussen_ist_anders_animation_BannerHeutzutage beginnt ca. die Hälfte aller Kletterer nicht am Fels, sondern an einer Kunstwand mit dem vertikalen Sport. Unabhängig vom Wetter, wohnortnah und zu fast allen Tageszeiten kann man dort Klettern.
Wenn es einmal an den Fels geht, gilt es zusätzlich wichtige Regelungen zum Natur- und Umweltschutz zu beachten, und auch die Sicherungstechnik ist anspruchsvoller als beim Indoorklettern.
Dem DAV ist es im Sinne einer positiven und verantwortungs-bewussten Entwicklung des Klettersports wichtig, dass Neulinge sicher klettern und Rücksicht auf Natur und Umwelt nehmen.

Aktueller Hinweis:

Im Sommer 2011 startet der DAV die Kampagne "Draussen klettern ist anders". Hierzu veröffentlicht der DAV eine vierteilige Posterserie und startet die website www.alpenverein.de/draussen-ist-anders. Ziel der Aktion ist es, Indoorkletterer, die die ersten Schritte in den Klettergarten machen, für das Thema zu sensibilisieren und zum Besuch eines speziellen Felskletterkurses zu animieren.

Im Klettergarten mit Einseillängen-Routen beginnen

Für den Schritt vom Hallenklettern zum Sportklettern empfiehlt es sich, mit kurzen und optimal gesicherten Ein-Seillängenrouten zu beginnen, um die wichtigsten Verhaltensweisen und Regeln mit entsprechender Sicherheitsreserve zu lernen.
Vor Beginn muss man sich darüber im Klaren sein, dass ein Fels ganz andere Bedingungen hat wie eine künstliche Kletterwand!

DAV Kampagne Von der Halle an den Fels 6Das ist im Klettergarten anders als in der Halle:
Felsklettern in der Natur ist sehr schön und bietet tolle Erfahrungsmöglichkeiten, aber . . .
  • der Fels ist kein regelmäßig gewartetes Sportgerät,
  • an jeder Wand/Route herrschen andere Bedingungen
  • es gibt oft Regelungen zum naturverträglichen Klettern
  • zusätzliche Sicherungstechniken sind notwendig und
  • es lauern versteckte Gefahren, so dass . . .
  • jede Route einen Risikocheck verlangt.

Fazit: Das Klettern an Naturfelsen ist ein langwieriger Lernprozess und Erfahrung muss man sich Schritt für Schritt erarbeiten. Es empfiehlt sich einen entsprechenden Kurs mit vielen methodischen Übungen zu besuchen oder die ersten Schritte mit erfahrenen Seilgefährten zu unternehmen.

5 wichtige Tipps für Anfänger in Einseillängen-Routen:

Klettergartenneulinge . . .

  • klettern zunächst 1 bis 2 Grade unter ihrer Leistungsgrenze,
  • machen immer den Partnercheck,
  • planen den Tag und jede Route genau vor,
  • gehen kein unnötiges Risiko ein und . . .
  • nehmen als Gast viel Rücksicht auf die Umwelt.


In der Bildergalerie- hier per Klick - sind die wichtigsten Besonderheiten des Klettergartens für Einsteiger anschaulich dargestellt.

Im Klettergarten Nachsichern und Abseilen

9011Gelegentlich kommt es vor, dass man komplett auf einen Felsturm-Gipfel aussteigen kann oder muss, etwa in der Pfalz oder am Battert. Dann muss sich der Vorsteiger oben selbst sichern und den Seilpartner nachsichern, wieder nach unten kommen beide durch Absteigen oder Abseilen. In dieser Situation sieht der nötige Ablauf anders aus.

Statt einen Knoten ins Seilende zu machen, bindet der Sichernde das Seilende gleich in seinem Gurt ein und sichert den Vorsteiger wie gewohnt nach oben.

Der findet normalerweise auf dem Gipfel einen „Stand“: einen betonierten oder geklebten (Ring-)Haken oder zwei Bohrhaken mit Kette und Ring. In diesem Ring sichert er sich selbst: mit Mastwurfknoten in einem Verschlusskarabiner (am besten verschlussgesicherter Safelock-Karabiner).


Seilkommandos

9013Sobald er selbst gesichert ist – und erst dann! – teilt er dies dem Partner durch das Kommando „STAND“ mit. Der nimmt ihn daraufhin aus der Sicherung. Meist wird noch Restseil am Boden liegen, das der Vorsteiger einziehen muss. Tut er das nicht von selbst, kann der Nachsteiger dazu mit dem Kommando „(SEIL) EIN“ auffordern; strafft sich das Seil zu ihm, gibt er das Kommando „(SEIL) AUS“.

Nun nimmt der Vorsteiger den Nachsteiger in die Sicherung (HMS oder Tuber mit Nachsicherungsfunktion/Magic Plate) und signalisiert dies durch das Kommando „(NACH-)KOMMEN“.


Abseilen
DAV Kampagne Von der Halle an den Fels 5Abseilen dient mehreren Zwecken: Um von einem schweren Gipfel wieder herunterzukommen, ist es die offensichtliche Lösung. Es ist aber auch manchmal als Alternative zum Umlenken sinnvoll, egal ob der Seilpartner nachgestiegen ist oder nicht.

Wenn beispielsweise ein Umlenkhaken auf einem Turm steckt, so dass das Seil über die Felskante laufen würde, leiden beim Ablassen Seil und Fels (vor allem im Sandstein) – beim Abseilen weniger.

Auch wenn zur Umlenkung nur ein Baum oder eine Schlinge zur Verfügung stehen, sollte man daran nicht direkt umlenken: Schlingen brennen durch, ein Baum leidet. Und bei Routen mit mehreren Seillängen geht es sowieso oft nur abseilend nach unten.

Mehrseillängenrouten

6455Fühlt man sich nach zahlreichen Klettergartentagen souverän und sicher, kann der Wunsch aufkommen, einmal eine höhere Wand hinaufzuklettern als nur eine halbe Seillänge.
Damit die ersten Ausflüge in die „große Wand“ nicht zum unkalkulierbaren Risiko werden, sind allerdings wichtige Punkte zu beherzigen.

Der entscheidende Unterschied zur Einseillängenroute mit Umlenker ist: Man macht „Standplatz“ am oberen Ende der Seillänge, holt den Kletterpartner nach und reiht dann, meist in abwechselnder Führung, mehrere Seillängen aneinander bis zum Ende der Route.

Es gibt aber noch weitere wichtige Unterschiede:
So führt die Kletterroute nicht immer gerade nach oben, sondern folgt den Felsstrukturen, kann also auch Schräganstiege, Querungen oder kurze Abkletter-Stücke enthalten. Auch leichtere Passagen, sogar Gehgelände können vorkommen, womöglich ohne Bohrhaken.

Hinweis:
Zum Erlernen des sicheren Kletterns von Mehrseillängenrouten sowie für den Schritt von der Halle an den Fels ist es unerläßlich, eine Ausbildung unter fachkundiger Anleitung zu absolvieren. Alle hier vorgestellten Inhalte dienen deshalb nur zum "Reinschnuppern" und nicht zur Anleitung! Kurse bieten viele DAV-Sektionen an und der DAV-Summit-Club.

Ausführliche pdf´s vom DAV heraus gegeben zum Thema zum Download

Von der Halle an den Fels Teil 1_Kurze Einseillängenrouten

Von der Halle an den Fels Teil 2 Nachsichern_Abseilen_Selbst

Von der Halle an den Fels Teil 3 Hoch hinaus