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Partnercheck & Partnerwatch

Der Partnercheck ist beim Tauchen und vor allem in der Luftfahrt bereits seit Jahren gängige Praxis. Bekanntlich überprüft beim Fliegen der Copilot anhand einer detaillierten Checkliste, ob der Flugzeugführer alle wichtigen Verrichtungen korrekt durchgeführt hat. Erst nach diesem Check wird gestartet, gelandet oder ein anderes komplexes Flugmanöver eingeleitet.

Denn jahrzehntelange Erfahrung hat gezeigt, dass selbst dem kompetentesten Piloten mitunter schwere Fehler unterlaufen, die unweigerlich zum Absturz führen würden. Das gilt auch beim Klettern. Selbst sehr erfahrene Spitzenleute wie die amerikanische Starkletterin Lynn Hill haben schon vergessen, ihren Anseilknoten fertig zu knüpfen und diesen mentalen Aussetzer mit schweren Verletzungen bezahlt. Deshalb: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.

Der Selbst- und Partnercheck beim Vorstiegsklettern umfasst folgende Schritte:

  1. Anseilknoten korrekt?
  2. Gurte geschlossen bzw. rückgeschlauft?
  3. Seil richtig im Sicherungsgerät?
  4. Sicherungskarabiner geschlossen/zugeschraubt?
  5. Seilende durch Achterknoten-Schlinge gesichert?


Anseilknoten korrekt?

Gurt geschlossen, bzw. rückgeschlauft? Seil richtig im Sicherungsgerät?

Alle Punkte müssen durch Anfassen, nicht nur durch Hinsehen kontrolliert werden. Damit wird verhindert, dass Fehler übersehen werden, die oberflächlich betrachtet korrekt aussehen.

Beim privaten Klettern mit Kindern sollte der Partnercheck immer von einem Erwachsenen gemacht werden. Bei Kursen muss der Partnercheck von einem Erwachsenen erfolgen.

Mit dem Check endet die Verantwortung des Sichernden für seinen Partner natürlich nicht. Solange sich der Kletterer im Gefahrenbereich aufhält - also mehr als einen Meter über dem Boden - ist die Sicherungsperson für die Gesundheit und das Leben der oder des Kletternden mitverantwortlich. Sie kommt dieser Verantwortung durch korrektes Sichern und den Partnerwatch nach. Analog gilt, dass Anfänger immer von einem "Erfahrenen" gecheckt werden müssen/sollten. Die Sicherungsperson achtet ständig darauf, dass die oder der Kletternde alles richtig macht. Zum Beispiel alle Zwischensicherungen einhängt, die Expressschlingen korrekt einhängt, nicht mit dem Bein am Vorstiegsseil "einfädelt" und/oder es versäumt, für Redundanz bei der Umlenkung zu sorgen. Sobald die oder der Sichernde einen Fehler bemerkt, wird der Partner darauf aufmerksam gemacht.
Wenn diese Grundhaltung des sich Um-Einander-Kümmerns samt dem Checklistenprinzip im Klettern Verbreitung finden, haben wir eine realistische Chance, die meisten schweren Unfälle in der Halle und im Klettergarten zu vermeiden.

Beim Ablassen ist der gegenseitige Partnerwatch Pflicht! Wie im Strassenverkehr spielt auch der Blickkontakt eine wichtige Rolle.

Marietta meint:

Für mich und meine Freunde sind Partnercheck und Partnerwatch eine Selbstverständlichkeit. Wir wissen, dass wir nicht perfekt sind. Denn auch unter den Spitzenkletterern gibt es kaum einen, der nicht schon mal mit unvollständig geknüpftem Anseilknoten eingestiegen wäre oder das Seil falsch ins Gerät gelegt hätte. Diese Fehler können wir durch Partnercheck und Partnerwatch vermeiden. Ich klettere nur mit Leuten, die mich auf Fehler aufmerksam machen, beim Sichern voll konzentriert sind und es hundertprozentig beherrschen.

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